"Ein grosser Geist strebt nach Erkenntnis; ein kleiner Geist nach Praxisrelevanz."

Der WachstumszangÜber lange Zeit leistete das Wirtschaftswachstum einen positiven Beitrag zum Wohlbefinden vieler Menschen. Im Vergleich zu früher können wir uns eine luxuriöse Lebensweise leisten und wir leben im Durchschnitt auch wesentlich länger und gesünder. Doch in neuester Zeit wird es in den wohlhabenden Ländern in Westeuropa, Nordamerika und Japan zunehmend fraglich, ob das Wachstum noch einen Beitrag zum Wohlbefinden der Menschen leistet. Und dann sind da die ganzen Auswirkungen des Wachstums auf die Umwelt, welche seit Beginn der 70er Jahre zu einer Kritik des Wachstums aus ökologischer Perspektive geführt haben.

Doch können heutige Wirtschaften längerfristig ohne Wachstum überhaupt funktionieren? Eine eingehende Analyse des ökonomischen Geldkreislaufes zeigt, dass dies längerfristig nicht möglich ist. Moderne Wirtschaften funktionieren nicht ohne Wachstum des Bruttoinlandproduktes, da sie andernfalls in eine Abwärtsspirale geraten. Es gibt nur die Optionen, entweder zu wachsen oder zu schrumpfen. Dieser Zwang zum Wachstum wurde über lange Zeit allerdings kaum als solcher wahrgenommen. Mit dem Wachstum war ein Heilsversprechen auf bessere Zukunft verbunden, das sich in grossen Teilen auch bewahrheitet hat. Doch aus diesem Heilsversprechen wird in neuester Zeit zunehmend eine Zwangshandlung.