• Globalisierung und Landwirtschaft. Mehr Wohlstand durch weniger Freihandel

    Der Wirtschaftswissenschaftler und Bestsellerautor Mathias Binswanger räumt mit einem der Mythen der Handelslehre auf dass nämlich Freihandel immer den Wohlstand vergrößert, während Handelsbarrieren ihn mindern. Tatsächlich fuhrt Freihandel bei landwirtschaftlichen Produkten zu vielen Verlierern und nur wenigen Gewinnern. Verlierer sind die meisten Bauern sowohl in den Industrie als auch in den Entwicklungsländern, während sich einige Großbauern und ein paar internationale Konzerne zu den Gewinnern zählen durfen. In den ärmsten Entwicklungsländern machen die Kleinbauern auf der Verliererseite zudem die Mehrheit der Bevölkerung aus. Deshalb sind gerade diese Länder am stärksten von den negativen Folgen des Freihandels betroffen, obwohl sie gemäß Theorie am meisten profitieren sollten. Die politischen Schlussfolgerungen liegen fur Binswanger auf der Hand: Landwirtschaftliche Produkte sollen von Freihandelsabkommen ausgenommen werden. Zölle und Handelsbeschränkungen zum Schutz der Landwirtschaft hingegen sind grundsätzlich gerechtfertigt, da der Freihandel in den meisten Ländern weder Wohlstand noch Lebensqualität erhöht.

  • Finanzprodukte und Nahrungsmittel: Pseudovielfalt

    Von Mathias Binswanger

    Das heutige Angebot an Finanzprodukten ist kaum mehr zu überblicken. Banken und andere Finanzdienstleister offerieren uns eine riesige Palette von Fonds mit Obligationen, Aktien, Rohstoffen, Immobilien und strukturierten Produkten für die unterschiedlichsten Firmen, Branchen und Länder. Wer allerdings glaubte, dass sich dadurch auch die Möglichkeiten zur Risikodiversifizierung verbessert haben, wurde in der letzten Krise schnell eines Besseren belehrt. Egal wo man sein Geld angelegt hatte. Alles ging den Bach runter, und die Frage war nur noch, ob etwas mehr oder etwas weniger.

  • Arbeitsberichte der Hochschule für Wirtschaft FHNW - Nr. 2

    Globalisierung und Landwirtschaft - Mehr Wohlstand durch weniger Freihandel
    Diskussionspapier – Hochschule für Wirtschaft FHNW

    Mathias Binswanger
    ISSN Nr. 1662-3266 (Print)
    Nr. 1662-3274 (Internet)
    ISBN Nr. Nr. 978-3-03724-093-9
    Institut Institute for Competitiveness and Communication, ICC

    Date März, 2008

    Vorwort

    Freihandel bei landwirtschaftlichen Produkten führt zu vielen Verlierern und wenigen Gewinnern. Verlierer sind die meisten Bauern sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern, während sich einige Grossbauern und ein paar internationale Konzerne zu den Gewinnern zählen dürfen. In den ärmsten Entwicklungsländern machen die sich auf der Verlierseite befindenden Kleinbauern zudem die Mehrheit der Bevölkerung aus. Aus diesem Grund sind gerade diese Länder am stärksten von den negativen Folgen des Freihandels betroffen, obwohl sie gemäss Theorie am meisten profitieren sollten. Die politischen Schlussfolgerungen liegen somit auf der Hand: landwirtschaftliche Produkte sollen von Freihandelsabkommen ausgenommen werden. Zölle und Handelsbeschränkungen zum Schutze der Landwirtschaft sind grundsätzlich gerechtfertigt, da der Freihandel in den meisten Ländern weder Wohlstand noch Lebensqualität erhöht.

    Das vorliegende Diskussionspapier ist die stark erweiterte Fassung eines Vortrages im Rathaus Wien am 8. November 2007. Der Text erscheint auch als Buch in der Reihe Wiener Vorlesungen beim Picus Verlag in Wien.

    Der Autor bedankt sich bei Professor Christian Ehalt, Wissenschafts- und Forschungsförderung der Staat Wien, und dem Club of Vienna für die Gelegenheit, dieses Thema im Rahmen der Wiener Vorlesungen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen. Weiterer Dank gebührt Hans Bieri und der Schweizerischen Vereinigung für Industrie und Landwirtschaft (SVIL), wo Teile dieses Beitrags ebenfalls an einer Tagung präsentiert wurden.

    Lesen Sie den Bericht hier.